Den Leib des Herrn beurteilen

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Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen. (1. Kor. 11:29-30)

Was läuft in Korith schief? Welche Sünde veranlasste, dass das Teilen des Abendmahls, das dafür eingesetzt worden war um zu heilen und Leben zu bringen, in Krankheit und sogar Tod endete? War es die sexuelle Sünde, um die es in Kapitel 5 ging? Oder eine andere Sünde der gleichen Größenordnung?

Daher, meine Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander! (1. Kor. 11:33)

In der damaligen Gemeinde in Korith begannen die wöchentlichen Treffen immer mit einer Mahlzeit, bei der das Brot und der Wein dem Namen und dem Andenken Jeschuas geheiligt wurden. Nachdem die Gläubigen diese Mahlzeit geteilt hatten, ging es weiter mit Lobpreis, Gebet, Lehre und dem Gebrauch der geistlichen Gaben. Wir wissen von den vorhergehenden Kapiteln, dass es Splittergruppen in der Gemeinde gab. Einige behaupteten zu Paulus zu gehören; andere bevorzugten die Lehre des Apollos; wieder andere behaupteten keinen anderen Lehrer als Jeschua selbst zu haben.

Einige Gemeindemitglieder kamen zeitiger zu den wöchentlichen Treffen als andere; mit anderen Freunden ihrer „Clique” segneten sie das Brot und den Wein im Namen des Herrn und aßen ihr Abendbrot. Später kamen andere dazu, einige mit und einige ohne Essen.

Paulus ermahnte die, die als erstes ankamen, streng auf Grund mehr als einer einfachen Unhöflichkeit: sie haben „den Leib des Herrn nicht beurteilt“. Das bedeutet nicht, dass sie die mystische Verwandlung des Stückchen Brotes in den tatsächlichen Leib Christi nicht verstanden; vom Kontext her wird klar, dass er davon sprach, dass sie die Kraft, die Heiligkeit und die Autorität, die Gott für die wöchentlichen Treffen der Heiligen beabsichtigte, nicht verstanden.

Jeder Gläubige ist ein lebendiger Stein und zusammen werden wir zu einem lebendigen Tempel gebaut, damit Gott selbst darin wohnen kann (1. Petr. 2:5; 1. Kor. 3:16-17). Der Bibel nach ist der wichtigste Ausdruck dieses mystisch klingenden Leibes/Tempels des Messias einfach das, was wir die „örtliche“ Gemeinde nennen – egal ob sie sich in einem Haus, in einem öffentlichen Gebäude oder in Mitten eines Waldes trifft. Diese wöchentlichen Treffen der ganzen Gemeinde sind etwas besonderes, etwas sehr heiliges.

Wenn wir diese Heiligkeit verachten, indem wir nicht sensibel für die Anwesenheit (oder Abwesenheit) der anderen sind; oder wir Gemeinschaft in einer „Clique“ finden ohne wirklich in Beziehung zum Rest der Gemeinde zu sein, dann sind wir in Gefahr den „Leib des Herrn“ nicht richtig zu beurteilen. Und für dieses Versagen, vor allem wenn wir das Abendmahl feiern, gibt es ernste Konsequenzen. Lasst jeden Menschen und jede Gemeinschaft sich selbst prüfen (11:28), so dass wir die Fülle seiner heilenden Gegenwart unter uns genießen können!!
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By | 2014-10-03T00:00:00+00:00 Oktober 3rd, 2014|Ohne Kategorie|0 Comments

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