Prophezeiung und der Nahe Osten

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Um einen korrekten biblischen Bezugsrahmen zur Auslegung der aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten zu schaffen, dient es, die Perspektiven der früheren Propheten Israels zu untersuchen. Jene Propheten sprachen hinsichtlich „politischer“ Ereignisse im Nahen Osten häufig von Gottes Wille.

Es gibt eine Reihe von Standpunkten innerhalb der prophetischen Schriften, welche die politischen Ansichten heute bestätigen oder widerlegen können. Auf der einen Seite (vielleicht der extrem rechten) finden wir Josua. In seiner Generation wurde den Israeliten befohlen, alle Einwohner Kanaans zu töten und das gesamte Land einzunehmen.

Auf der anderen Seite (vielleicht der extrem linken) finden wir Jeremia. In seiner Generation hielt Gott Gericht über Israel; die Nation war zerstört und das Volk vertrieben. Doch weder Josua noch Jeremia lässt sich auf alle Aspekte des Nahen Ostens heute übertragen. (Zur Zeit der frühen Apostel, welche in der Generation predigten, die zur Zerstörung des zweiten Tempels führte, war der Zusammenhang zum Propheten Jeremia durchaus von Bedeutung.)

Es gibt weitere unterschiedliche Gesichtspunkte. Amos forderte Gerechtigkeit in sozioökonomischen Belangen. Jona wurde gesandt um einer heidnischen Nation zu predigen. Jesaja beschrieb das Kommen eines geistlichen Königreichs mit einem göttlich-messianischen König. Seine Lehre könnte heute mit einer typisch evangelikalen Botschaft vergleichbar sein. Daniel hatte Visionen von Engeln, die über Nationen kämpfen, welche die Geschichte von hunderten von Jahren beeinflussen würden.

Besonders wichtig für die messianische Gemeinde heute sind die Propheten, die zu dem Überrest in Israel sprachen, nachdem dieser aus dem Exil in Babylon zurückgekehrt war. Ihre Botschaft war eine der Ermutigung, die Nation weiter aufzubauen, beides, spirituell und materiell, trotz der feindlichen Angriffe um sie herum. Unter diesen Propheten waren Sacharja und Haggai.

Wir, die heute durch den Glauben an Jeschua (Jesus) den Heiligen Geist empfangen haben, könnten in mancherlei Hinsicht als Fortsetzung dieser frühen Propheten angesehen werden. Als der messianische Überrest in Israel heute, spüren wir eine bestimmte spirituelle Identifikation mit dem Überrest, der zur Zeit von Serubabbel, Esra und Nehemia in das Land zurückkehrte.

Trotzdem müssen wir vorsichtig sein, wenn wir alte Schriften anschauen und diese mit uns selbst vergleichen. Wir müssen das gesamte Spektrum der Perspektiven in beiden, den Evangelien und den Propheten, prüfen, bevor wir einen besonderen Aspekt herausgreifen um uns mit diesem zu identifizieren. Die Schriften der Israelitischen Propheten haben eine erneuerte Bedeutung für uns heute im Lichte aktueller Ereignisse im Nahen Osten.

 

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By | 2014-12-12T00:00:00+00:00 Dezember 12th, 2014|Ohne Kategorie|0 Comments

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